Vorhaben

 Zum Projekt:

Mit dem Projekt „Wir in Gevelsberg“ – Stadt.Menschen.Vielfalt wollen wir die kulturelle, sprachliche und ethnische Herkunft von Zuwander*innen nicht primär unter dem Aspekt der sozialen Belastung oder als Defizit betrachten, sondern als Ressource und Potential für die Entwicklung unseres Gemeinwesens. Die Maßnahmen im Projekt und Aktionen sollen ein Spektrum an Möglichkeiten schaffen, um Diversität zu erleben, abzubilden, ihren Mehrwert für die Stadtgesellschaft sichtbar zu machen und damit ein identitätsstiftendes Zugehörigkeitsgefühl aller Beteiligten zur sozialen Gemeinschaft am Projektstandort fördern. 


Den roten Faden in der geplanten Projektarbeit bilden regelmäßige Stadt.Spaziergänge mit Zugewanderten und Einheimischen in den verschiedenen Gevelsberger Ortsteilen und über die gewohnten Quartiersgrenzen hinweg. 

Insbesondere für die Menschen mit internationaler Geschichte sollen die skizzierten Projektaktivitäten aber auch eine „Bühne“ bieten, einen Raum kreieren, in dem sie ihre persönliche Sicht auf das gemeinsame Stadtleben in Gevelsberg zum Ausdruck bringen können. 



Welche Wirkung(en) soll das Projekt vor Ort haben: 

·  Sensibilisierung für das Thema „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ mit dem Focus auf das Zugehörigkeitsgefühl der zugewanderten Bevölkerungsgruppen

· Empowerment der Zielgruppe von Einwohner*innen mit internationaler Geschichte, sich als gleichberechtigte Mitglieder der Gevelsberger Bürgerschaft zu empfinden und öffentlich darzustellen

·  Wecken der Neugierde bei der Bürger*innen (mit und ohne internationaler Geschichte), etwas aus dem Leben des türkischen Lehrers ihrer Kinder, der polnischen Pflegerin der Großeltern, der tamilischen Erzieherin im Kindergarten, des syrischen Migrationsberaters, des „Lieblingsitalieners“ usw. zu erfahren

·  Erhöhung der Bereitschaft, sich mit den individuellen Lebenserfahrungen und Lebensansichten der Mitbürger*innen auseinander zu setzen

·  Wertschätzung der Diversität in der Gevelsberger Stadtgesellschaft. 

·   Isolation und soziale Distanz zwischen zugewanderten Bevölkerungsgruppen und einheimischen Gevelsberger Bürger*innen wird aufgehoben.


Stadt.Spaziergang

Der Stadt.Spaziergang ist als methodischer Ansatz gewählt, um Menschen zu ermöglichen, sich im öffentlichen Raum - auf einander zu und miteinander zu bewegen - und dabei gemeinsam ihre Umwelt neu wahrzunehmen. Dem Spaziergang zugeordnet ist jeweils ein inhaltliches Schwerpunktthema, aus dessen Kontext im Vorfeld die Route mit unterschiedlichen Anlaufpunkten, Haltestellen, Besuchen und Besichtigungen entwickelt wird. 

Schwerpunktthemen sind es unteranderem:

 

· Die geschichtliche Entwicklung der Migration in Gevelsberg seit dem 20. Jahrhundert 

· Arbeit und Leben von „Migrant*innen“ der 1. Generation 

· Bildungswege von Zuwandere*innen in Gevelsberg – gestern und heute 

· Aufbau, Entwicklung und Wirken der lokalen Migrantenselbstorganisationen

 · Geschichte und Wirken von Religionsgemeinschaften in der Stadt

 · Geschäfte/ Dienstleistungen mit „internationaler Geschichte“ in Gevelsberg

 · Gevelsberger Unternehmer*innen mit internationaler Geschichte 

· Aktueller Lebensalltag von neu Zugewanderten und Menschen mit internationaler Geschichte/ Wohnsituation/ Freizeitgestaltung/ Familienfeiern 

· Menschen mit internationaler Geschichte in politischen Gremien, politischen Parteien 

· Unterstützer*innen/ „Ausländer“-Initiativen/ Willkommensinitiativen

  

Persönliche Interviews mit den Geschäftsinhaber*innen während des Stadt.Spaziergangs. 


Ein Interview – Leitfaden wird entwickelt und die technische Ausstattung zur Dokumentation zusammengestellt.  

Wir möchten herausfinden, wie sie sich hier eingelebt haben und fragen nach ihren Visionen für ein Miteinander verschiedener Kulturen. 


Plakataktion

Begleitend zu den Stadt.Spaziergängen ist eine Plakat-Aktion mit QR-Code zu den digitalen Dokumentationen geplant, die an allen besuchten Orten ausgehängt mediale Spuren im Stadtbild hinterläßt. Die Plakate markieren nicht nur die Routen der besuchten Orte, sondern geben auch einen Einblick in die (persönliche) Geschichte der an diesem Ort lebenden oder arbeitenden Menschen. Diese Eindrücke lassen sich atmosphärisch vertiefen durch die erweiterte Gestaltung der Dokumentationen über den Einbau von Film-Sequenzen, Soundeffekten, Zeitmusik etc. Geplant ist auch eine Vervielfältigung des Projekt–Plakates im Postkartenformat. 

 

Ausstellung

Geplant ist eine mobile Ausstellung der bis dahin entstandenen Foto-, Film- und Textdokumente, die der gesamten Bürgerschaft aber insbesondere auch in Schulen und Vereinen präsentiert werden kann. Es wird zusammen mit der Begleitgruppe ein didaktisches Ausstellungskonzept erarbeitet, um die Besichtigung der Ausstellung zum Beispiel für Schulklassen im Workshop-Format anbieten zu können. 

Schreibwerkstatt und filmische Aufbereitung

Im zweiten Jahr sind eine Schreibwerkstatt und filmische Aufarbeitung (zum Beispiel über einem Projekt eigenen Youtube –Kanal) angedacht. 

Theater

 Im letzten Projektjahr planen wir zudem eine theaterpädagogische Umsetzung der Projektziele, wieder in Zusammenarbeit mit  Projektpartnern.